Vertragsnaturschutz - Extensivierung von Grünland bis hin zu vollständigem Bewirtschaftungsverzicht

ELER

Baden-Württemberg

Die nachfolgenden Inhalte stammen aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELER) des Landes Baden-Württemberg 2014-2020 (Version 1.2).

Kurzbeschreibung

Vertragsnaturschutz im Rahmen der Grünlandbewirtschaftung.

Förderziel

Die Maßnahme leistet einen Beitrag zum Schwerpunktbereich 4a.

Fördergegenstände

Sachinvestitionen in Umweltschutzmaßnahmen

Zuwendungsempfänger

  • Natürliche Personen.
  • Juristische Personen des Privatrechts.
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts.

Förderfähige Gebietskulisse

Ländliche Gebiete in Baden-Württemberg. Weitere Informationen können dem Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg (MEPL III) ab Seite 350 entnommen werden.

Art der Unterstützung

Flächenförderung oder Vollfinanzierung (bei der Vollfinanzierung wird die Gesamtheit der zusätzlichen Kosten und Einkommensverluste ausgeglichen).

Beschreibung

Über Bewirtschaftungshinweise für Mähwiesen sollen Standortverhältnisse erreicht oder erhalten werden, die gezielt zum Erhalt oder zur Förderung bestimmter Lebensräume oder Lebensgemeinschaften für Pflanzen- oder Tierarten notwendig sind.

 

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist grundsätzlich nicht erlaubt. Damit sollen negative Auswirkungen dieser Mittel auf wild lebende Tiere und Pflanzen verhindert werden. Diese Maßnahmen haben gleichzeitig auch einen positiven Einfluss auf den Boden- sowie auf den Grundwasser- und Oberflächenwasserschutz.

 

Ein vollständiger Bewirtschaftungsverzicht kann erforderlich und sinnvoll sein im Zusammenhang mit der Anlage von Biotopen bzw. von Strukturelementen oder bei der Einrichtung ungenutzter Pufferstreifen zu störungsempfindlichen Biotopen.

 

  • Naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung ohne Einsatz von Pflanzenschutzmittel:
    • Einschürige Mahd und keine Stickstoffdüngung.
    • Zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung.
    • Mehr als zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung zur Aushagerung von brachgefallenem Grünland.
    • Mehr als zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung zur Aushagerung von Intensivgrünland.
    • Zweischürige Mahd und ergebnisorientierte angepasste Stickstoffdüngung.
    • Mehr als zweischürige Mahd und ergebnisorientierte angepasste Stickstoffdüngung
  • Aufgabe der Grünlandbewirtschaftung zur Schaffung höherwertiger Biotope.
  • Zulagen Bewirtschaftung:
    • Zum Schutz gefährdeter Arten bei hohem oder geringem Mehraufwand.
    • Gesonderte Behandlung von Teilflächen: z. B. Stehenlassen von Altgrasbeständen auf 5-20% der Fläche und Stehenlassen von einjährgen oder überjährigen Altgrasbeständen.
    • Einsatz von speziellen technischen Einrichtungen (z. B. Messerbalkenmähwerk, Zwillingsbereifung).

 

Es handelt sich bei der „angepassten Stickstoffdüngung“ immer um eine Erhaltungsdüngung und nie um eine Düngung zur Ertragssteigerung. Da sich der Vertragsnaturschutz immer an dem Ziel ausrichtet, wie sich eine Fläche entwickeln soll, wird auch die „angepasste Düngung“ als Empfehlung für die Zielerreichung in den Vertrag aufgenommen. Was gedüngt wird, orientiert sich an der betrieblichen Situation des Vertragsnehmers. Beispielsweise wird als Erhaltungsdünger für zweischürige extensive Mähwiesen auf nährstoffarmen Standorten eine angepasste Düngung mit organischem Dünger wie Festmist (maximal 100dt/ha) oder verdünnter Gülle (bis zu 20m³/ha) alle 2 bis 3 Jahre empfohlen. Mineraldünger wird nur in Form von P2O5 (maximal 35 kg/ha) und K2O (maximal 120 kg/ha) alle zwei bis drei Jahre empfohlen (Quelle: Infoblatt Natura 2000 - Wie bewirtschafte ich eine FFH-Wiese? des MLR).

 

Auf den Vertragsflächen ist die gleichzeitige Anerkennung von Ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des Greening ausgeschlossen.

 

Förderfähige Kosten:

Höhere variable Kosten bzw. geringere Erträge/Erlöse, die gegenüber einem Referenzverfahren bei Durchführung der Maßnahme entstehen.

Zentrale Zuwendungsvoraussetzungen

  • Die Naturschutzbehörde bestätigt, dass die Maßnahmen im überwiegend öffentlichen Interesse zum Zwecke des Naturschutzes, der Landschaftspflege und Landeskultur und Förderung des natürlichen Erbes, der Kulturlandschaft und der Biodiversität sind.
  • Die Maßnahme hat Gebieten und/oder Tier- und Pflanzenarten in einer festgelegten naturschutzfachlichen Kulisse (räumlich und/oder fachlich) zu dienen.
  • Begünstige haben die Verfügungsgewalt über die Förderfläche.

Sonstiges

(Anwendbare) Beträge und Fördersätze:

 

Prämiensätze ab 2015 in Euro/ha:

  • Naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung ohne Einsatz von Pflanzenschutzmittel:
    • Einschürige Mahd und keine Stickstoffdüngung 310€.
    • Zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung 400€.
    • Mehr als zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung zur Aushagerung von brachgefallenem Grünland 440€.
    • Mehr als zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung zur Aushagerung von Intensivgrünland 410€.
    • Zweischürige Mahd und ergebnisorientierte angepasste Stickstoffdüngung 350€.
    • Mehr als zweischürige Mahd und ergebnisorientierte angepasste Stickstoffdüngung 310€.
  • Aufgabe der Grünlandbewirtschaftung zur Schaffung höherwertiger Biotope 520€.
  • Zulagen Bewirtschaftung:
    • Zum Schutz gefährdeter Arten bei hohem Mehraufwand 75€ und bei geringem Mehraufwand 40€.
    • Gesonderte Behandlung von Teilflächen: z. B. Stehenlassen von Altgrasbeständen auf 5-20% der Fläche und Stehenlassen von einjährigen (60€) oder überjährigen (90€) Altgrasbeständen.
    • Einsatz von speziellen technischen Einrichtungen (z. B. Messerbalkenmähwerk, Zwillingsbereifung) 50€.

Abgleich OP

Beachten Sie hier neben der Förderrichtlinie die Bedeutung des operationellen Programms. Bitte nutzen Sie auch dieses um sich bezüglich der Förderkonditionen zu versichern.

Handlungsfelder

Umwelt- und Naturschutz

Subthemen

  • Naturschutz und Landschaftspflege

Stand: Januar 2019