Vertragsnaturschutzprogramm - Biotoptyp Wiese 3: Ergebnisorientierte Grünlandnutzung

ELER

Bayern

Die nachfolgenden Inhalte stammen aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELER) des Landes Bayern 2014-2020 (Version 1.3).

Kurzbeschreibung

Vorhaben, die naturschutzfachlich bedeutsame Wiesenlebensräume durch eine ergebnisorientierte Grünlandnutzung erhalten, entwickeln oder verbessern.

Förderziel

Die Vorhaben leisten quantifizierbare Beiträge zur Unterpriorität 4a. Sie dienen der praktischen Implementation von FFH- und Vogelschutzrichtlinie und damit der Umsetzung von verpflichtendem EU-Naturschutzrecht sowie der Umsetzung des „Prioritären Aktionsrahmen für Natura 2000 für Deutschland (PAF)“.

Fördergegenstände

Sachinvestitionen in Umweltschutzmaßnahmen

Zuwendungsempfänger

  • Landwirte, Zusammenschlüsse von Landwirten sowie sonstige Landbewirtschafter einschließlich Jagdgenossenschaften, die mindestens 0,3 ha landwirtschaftlich genutzte bzw. nutzbare Fläche selbst bewirtschaften/pflegen. Nicht förderfähig sind dabei öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaften und Teilnehmergemeinschaften.
  • Alm- und Weidegenossenschaften, die mindestens 0,3 ha landwirtschaftlich genutzte bzw. nutzbare Fläche selbst bewirtschaften/pflegen.
  • Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände, die mindestens 0,3 ha landwirtschaftlich genutzte bzw. nutzbare Fläche selbst bewirtschaften/pflegen.

 

Anmerkung: Die Ausweitung der Begünstigten über die Landwirte hinaus ist erforderlich, da für die oftmals extrem schwer zu bewirtschaftenden ökologisch wertvollen Lebensräume, die im Vertragsnaturschutzprogramm im Mittelpunkt stehen, auch Akteure aus dem Naturschutz und er Landschaftspflege unentbehrliche Leistungen erbringen.

Förderfähige Gebietskulisse

Das Programmgebiet umfasst das gesamte Staatsgebiet des Freistaats Bayern.

Die Antragsflächen müssen innerhalb der naturschutzfachlich definierten Gebietskulisse (siehe "Zentrale Zuwendungsvoraussetzungen") liegen.

Art der Unterstützung

Flächenzahlung je Hektar.

Beschreibung

Förderungszweck sind Vorhaben, die naturschutzfachlich bedeutsame Wiesenlebensräume durch eine ergebnisorientierte Grünlandnutzung erhalten, entwickeln oder verbessern. Im Fokus stehen besonders die Flachland- und Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtypen 6510 und 6520).

 

Die Vereinbarung und Vermittlung der naturschutzfachlich erforderlichen Leistungen erfolgt vor der Antragstellung im Rahmen eines verpflichtenden Beratungsgespräches an der zuständigen unteren Naturschutzbehörde oder durch eine durch sie beauftragte Institution/Person.

 

Um dem langfristigen Biodiversitätsverlust im bayerischen Grünland entgegenzuwirken, müssen artenreiche Grünlandbestände verstärkt geschützt werden. Dafür können über einen ergebnisorientierten Ansatz Wiesen mit einer Mindestanzahl an Kennarten aus einem landesspezifisch differenzierten Kennartenkatalog (vgl. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft bzw. Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege) gefördert werden. In der Vorhabenart 20, die insbesondere Flachlandmähwiesen (LRT 6510) und Bergmähwiesen (LRT 6520) im Fokus hat, müssen mindestens sechs Kennarten als Fördervoraussetzung nachgewiesen werden.

 

Grundlage für die Entwicklung der Kennartenliste und der Schwellenwerte für die jeweilige Förderstufe sind umfangreiche Daten aus dem LfL-Grünlandmonitoring (Kuhn et al. 2011; Heinz et al. 2013) sowie ein Datensatz des LfU aus VNP-Erfolgskontrollen für die Lebensraumtypen 6510 und 6520. Aus diesen Daten wurden Arten ausgewählt, die mit einer hohen Biodiversität korrelieren bzw. ihren Verbreitungsschwerpunkt im artenreichen Grünland haben (Heinz et al. 2013). Zusätzlich sollten die Arten möglichst leicht erkennbar und von anderen Arten unterscheidbar sein. Ergänzend wurde die Artenauswahl im Rahmen mehrerer Expertenanhörungen mit Botanikern in Bayern diskutiert. Außerdem flossen in die abgestimmte Artenauswahl die Erfahrungen mit bereits existierenden Kennartenlisten mit ähnlicher Zielstellung (z. B. HNV-Grünland-Liste Bayern; Artenliste für erfolgsorientierte Honorierung in anderen Bundesländern; LRT-Artenliste aus dem Handbuch LRT Bayern) ein.

 

Die Ergebnisse bestätigten, dass Wiesen mit mindestens sechs Arten aus der Kennartenliste mit hoher Wahrscheinlichkeit artenreichem Grünland vom Typ 6510 und 6520, Flachland- und Bergmähwiesen entsprechen.

 

Hinweis: Informationen über die Grund- und Zusatzleistungen bzw. Verpflichtungen sowie Literaturhinweise können dem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums Bayern ab Seite 514 entnommen werden.

Zentrale Zuwendungsvoraussetzungen

  • Die Antragsflächen liegen in Bayern.
  • Die Antragsflächen liegen innerhalb der naturschutzfachlich definierten Gebietskulisse (d. h. mindestens eines der folgenden Kriterien ist zutreffend):
    • Flächen in FFH-Gebieten nach der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) und in Vogelschutzgebieten nach der Richtlinie 2009/147/EG (Vogelschutzrichtlinie).
    • Flächen mit FFH-Lebensraumtypen und/oder Arten gemäß den Anhängen der FFH- und Vogelschutz-Richtlinien.
    • Flächen des Bayerischen Biotopverbundes BayernNetzNatur.
    • Flächen in Naturschutzgebieten.
    • Flächen nach den §§ 28 und 29 BNatSchG (Naturdenkmäler und Geschützte Landschaftsbestandteile).
    • Gesetzlich geschützte Biotope nach § 30 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, 2, 3 oder 5 BNatSchG und Art. 23 Abs. 1 BayNatSchG.
    • Feuchtflächen im Sinne des Art. 23 Abs. 5 BayNatSchG (Wiesenbrütergebiete).
    • Flächen, die in der Biotopkartierung Bayern erfasst sind sowie gleichwertige Flächen.
    • Flächen in Nationalparken und schutzwürdige Flächen in Biosphärenreservaten.
    • Ausgewählte Einzelflächen, die im Rahmen naturschutzfachlicher Programme und Pläne schwerpunktmäßig für Zwecke des Natur- und Artenschutzes bereitgestellt werden. 
  • Das naturschutzfachliche Beratungsgespräch hat stattgefunden.

Auswahlverfahren

Die Anwendung von Auswahlkriterien ist gem. Art. 49 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 nicht vorgesehen. Für den Fall, dass nicht ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, ist eine Fokussierung auf die Umsetzung der FFH- und Vogelschutzrichtlinie vorgesehen.

Sonstiges

Informationen zu (anwendbaren) Beträgen und Fördersätzen können dem Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums Bayern ab Seite 517 entnommen werden.

Handlungsfelder

Umwelt- und Naturschutz

Subthemen

  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Inwertsetzung und Entwicklung von Natur, Landschaft sowie Flächen

Stand: Oktober 2018