Biodiversität und Schutzgebietssystem Natura 2000-Gebiete - Maßnahmen

ELER

Sachsen-Anhalt

Die nachfolgenden Inhalte stammen aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELER) des Landes Sachsen-Anhalt 2014-2020 (Version 1.4).

Kurzbeschreibung

Vorhaben für den Artenschutz, zur Förderung des Umweltbewusstseins und Gebietsbetreuung in Natura 2000-Gebieten.

Förderziel

Vorhaben im Naturschutz tragen direkt zur Verbesserung der biologischen Vielfalt bei. Die Teilmaßnahme unterstützt somit hauptsächlich die Ziele des Schwerpunktbereichs 4a (Biodiversität).

Fördergegenstände

Begleitung, Betreuung, Bildung, Qualifizierung, Information, Kommunikation, Beteiligung, Sachinvestitionen in Umweltschutzmaßnahmen, Daten-, Informationsgrundlagen, Management, Verwaltung

Zuwendungsempfänger

  • Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt (LAU).
  • Nationalpark Harz/Sachsen-Anhalt, Biosphärenreservat Mittelelbe, Biosphärenreservat Karstlandschaft-Südharz, Naturpark Drömling.
  • Landesforstbetrieb (LFB).
  • Landeszentrum Wald (LZ Wald).
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts.
  • Gemeinnützige juristische Personen des Privaten Rechts, insbesondere Vereine und Verbände und gemeinnützige Stiftungen.

Förderfähige Gebietskulisse

Gesamtes Programmgebiet des Landes Sachsen-Anhalt, jedoch auf die Gebietskulisse der Natura-2000-Gebiete sowie andere Flächen mit hohem Naturschutzwert beschränkt. Weitere Informationen können dem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums Sachsen-Anhalt ab Seite 155 entnommen werden.

Art der Unterstützung

Vorhabenförderung, nicht rückzahlbare Unterstützung.

Beschreibung

Gefördert werden:

a) Vorhaben für den Artenschutz und das Artenmanagement in Natura
    2000-Gebieten und sonstigen Gebiete mit hohem Naturschutzwert.
    Sie umfassen praktische Vorhaben zum Schutz und zum Erhalt der in diesen
    Gebieten vorkommenden schützenswerten Arten.
    Dazu zählen:

    • Alle im Sinne des Artenmanagements erforderlichen oder damit in engem Zusammenhang stehenden Ausarbeitungen und Handlungen.
    • Vorhaben der in diesem Sinne praktischen Umsetzung des Überwachungssystems zur Sicherung der Reproduktion sowie zur Sicherung der Populationsstabilisierung und -vergrößerung, einschließlich Vorhaben zur Lokalisierung von Nist- und Brutstandorten.

    Es sind vordringlich Arten zu berücksichtigen, für die das Land Sachsen-Anhalt
    eine besondere Verantwortung zum Erhalt und Schutz trägt bzw. deren
    Vorkommen in Sachsen-Anhalt hervorgehoben zu bewerten sind.

 

b) Gebietsbetreuung in Natura 2000-Gebieten und Gebieten mit hohem
    Naturschutzwert zur Erhaltung und Verbesserung des ländlichen Erbes.
    Sie umfasst Vorhaben zur schutzzielbezogenen Koordination (z. B.
    Gebietsmanagement) und praktische Vorhaben zur Umsetzung von
    Fachplanungen des Naturschutzes in diesen Gebieten.

 

c) Vorhaben zur Förderung des Umweltbewusstseins, die im Zusammenhang mit
    der biologischen Vielfalt, Gebieten mit hohem Naturschutzwert oder dem
    Schutzgebietssystem Natura 2000 stehen, wie:

    • Erarbeitung und Publikation von Informationsmaterialien zum Schutz der Biodiversität.
    • Erstellung von Informationsmaterialien mit unmittelbarem Bezug zu örtlichen Schutzobjekten für die Flächenbewirtschafter, Besucher und Pfleger, wie z. B. Naturschutzpläne für landwirtschaftliche Unternehmen.
    • Vorhaben zur Publikation oder Unterrichtung der Öffentlichkeit in Form von Seminaren, Fachtagungen, öffentlichen Veranstaltungen, Ausstellungen.
    • Besucherlenkung und Besucherinformation (z. B. Informationstafeln, Besucherlehrpfade, Beobachtungseinrichtungen, Einrichtung, Neu-, Um- und Ausbau von Informationszentren).
    • Unterstützung und Förderung von Projekten an Schulen und Weiterbildungseinrichtungen zur Vermittlung der Ziele des Naturschutzes insbesondere des Schutzgebietssystems Natura 2000.
    • Einrichtung von einfachen Feldstationen zu Lehr- und Informationszwecken über gefährdete Arten und Lebensraumtypen.

 

d) Studien und Investitionen im Zusammenhang mit der Erhaltung,
    Wiederherstellung und Verbesserung des natürlichen Erbes von ländlichen
    Landschaften und Gebieten mit hohem Naturschutzwert, wie:

    • Pflege und Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen.
    • Stabilisierung und Entwicklung von Populationen gefährdeter Arten.
    • Wiederherstellung, Entwicklung und Schaffung von Lebensräumen heimischer wildlebender Tier- und Pflanzenarten und von Lebensraumtypen.
    • Bewahrung und Entwicklung von Schutzgebieten und Schutzobjekten.
    • Wiederherstellung von Lebensräumen und Habitaten in ihren natürlichen Vorkommensgebieten durch Integration gezielter Flächennutzungsvarianten und Pflegemaßnahmen in die Schutzbemühungen.
    • Erwerb von Grundstücken.
    • Umsetzung und Entwicklung eines funktionsfähigen Biotopverbundes.

 

Förderfähige Kosten:

  • Kosten für Investitionen (einschl. Planungsleistungen).
  • Kosten für Durchführbarkeitsstudien in Vorbereitung von Investitionen.
  • Personalkosten für Projektkoordinierung, -betreuung oder -begleitung.
  • Sachkosten und sonstige Betriebskosten im Zusammenhang mit der Umsetzung der Vorhaben.
  • Kosten für Informations-, Bildungs- und Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit den Vorhaben.
  • Schulungskosten für mit der Planung und Umsetzung der Vorhaben befasste Personen.
  • Kosten für Öffentlichkeitsarbeit.
  • Finanzkosten und Netzwerkkosten, soweit sie durch die Vorhaben entstehen.
  • Kosten für Studien im Zusammenhang mit Vorhaben im Rahmen dieser Teilmaßnahme.
  • Mehrwertsteuer, soweit sie nicht rückerstattet wird.

Zentrale Zuwendungsvoraussetzungen

Gefördert werden ausschließlich Vorhaben auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt in Natura 2000-Gebieten und in Gebieten mit hohem Naturschutzwert. Das Vorhaben muss im Einklang mit den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege stehen.

Auswahlverfahren

Eine fortlaufende Antragstellung ist möglich. Die Auswahl erfolgt zu Stichtagen. Gemäß Artikel 49 der VO (EU) 1305/2014 legt die Verwaltungsbehörde nach Anhörung des Begleitausschusses Auswahlkriterien für Vorhaben fest. Die Bewilligungsbehörde bewertet die Vorhaben an Hand der festgelegten Auswahlkriterien mittels eines Punktesystems. Vorhaben, die besonders umweltfreundlich sind, werden hierbei bevorzugt.

 

Die Anträge einer Auswahlrunde werden gemäß der Gesamtpunktzahl in eine Rangfolge gebracht. Die Summe aller Punkte je Vorhaben entscheidet über die Rangfolge. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel können die Anträge bewilligt werden, die den zuvor festgelegten Schwellenwert (Mindestpunktwert) erreichen.

Projektauswahlkriterien

Siehe "Auswahlverfahren".

Sonstiges

(Anwendbare) Beträge und Fördersätze:

  • 100 v. H. der förderfähigen Ausgaben:
    • Sofern sich die Vorhaben auf die Verhinderung einer Verschlechterung, Erfüllung der Pflichten und ggf. die Wiederherstellung gemäß Vogelschutz- und FFH-Richtlinie beziehen.
    • Sofern sich die Vorhaben auf die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt durch das LAU, den Nationalpark Harz, die Biosphärenreservate Mittelelbe und Karstlandschaft Südharz, den Naturpark Drömling und die S.U.N.K. beziehen.
    • Für Erstellung und Fortschreibung von Pflege- und Entwicklungskonzeptionen in Naturparken.
  • 80 v. H. der förderfähigen Ausgaben bei sonstige Vorhaben, bei modellhaften Vorhaben kann die Förderung auf 90 v. H. erhöht werden.
  • 80 v. H. (in begründeten Fällen kann die Förderung 100 v. H. betragen) der förderfähigen Ausgaben für Landkäufe.
  • Die Höhe der Förderung muss grundsätzlich mindestens 5.000 EUR betragen.
  • Die Förderhöchstsumme wird grundsätzlich auf 750 T EUR je Projekt begrenzt.
  • Davon abweichend gelten für das LAU, den Nationalpark Harz, die Biosphärenreservate Mittelelbe und Karstlandschaft Südharz, den Naturpark Drömling, den Landesforstbetrieb und das Landeszentrum Wald keine Förderhöchstgrenzen.

Sonstige Informationen

Verbindungen zu anderen Rechtsvorschriften:

  • Die Teilmaßnahme dient der Umsetzung:
    • Der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutz-Richtlinie).
    • Der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2006/105/EG des Rates vom 20. November 2006 (FFH-Richtlinie).
    • Des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG) vom 29. Juli 2009.
    • Des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA) vom 10. Dezember 2010.

Handlungsfelder

Umwelt- und Naturschutz

Subthemen

  • Inwertsetzung und Entwicklung von Natur, Landschaft sowie Flächen
  • Naturschutz und Landschaftspflege

Stand: Oktober 2018